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Alt 27.11.2011, 14:11
Konni, im Istrien Forum
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Standard Geschichte-Sage: Karolina aus Rijeka

Karolina aus Rijeka


Für Rijeka, die Stadt die Napoleon für eine seiner besten Bastionen an der Adria-Küste hielt, sollte der 03. Juli 1813 einer ihrer schlimmsten Tage werden. Alles begann an diesem Tag noch ruhig und relativ friedlich. Als die ersten Boote am frühen Morgen beladen mit Nahrungsmitteln von den Inseln zurückkamen, brachten sie Neuigkeiten über die englische Flotte in der Adria mit. Die Engländer hatten von Vis aus Korčula und Hvar beschossen und waren nun in der Kvarner Bucht angekommen. Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Stadt und versetzte die Bürger von Rijeka in Panik und Aufruhr.

Es waren ein paar englische Fregatten und auf einer der größten, der „Master of Navy“ war ein gewisser John Leard der Oberbefehlshaber. Die im Hafen von Rijeka stationierte französische Flotte war nicht im Stande, den Kanonen der englischen Schiffe standzuhalten, auch vermochten sie nicht in der Stadt für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Ebenso wussten sie, dass die Engländer nicht mehr lange brauchten, um die Stadt einzunehmen.

Der Herzog von Otranto und Gouverneur der Illyrischen Provinz, Josef Fouchet, schickte keine Hilfe aus Ljubljana. Noch am gleichen Morgen flüchtete die französische Flotte gemeinsam mit dem kompletten französischen Verwaltungsapparat aus der Stadt. Nur einige französische Truppen, die aus kroatischen Soldaten bestand, hielten sich noch einige Zeit auf Trsat auf, aber auch diese zogen sich dann zurück, nachdem die ersten englischen Granaten auf Rijeka fielen. Die französischen Truppen, die entlang der Küste bis zum Fluß Rječina noch anwesend waren, verhielten sich passiv und so konnten die englischen Soldaten mühelos das Festland betreten.

Da Rijeka zu jener Zeit einer der wichtigsten kroatischen Häfen war, lagen dort auch viele Schiffe vor Anker und es war daher nicht schwer, ein Feuer zu legen. Da die Schiffe u. a. auch mit Öl gefüllten Gefäßen beladen waren, breitete sich das Feuer rasant aus und erreichte schnell das Zentrum der Stadt. Als auch die Kanonensalven immer wieder die Stadt trafen, geriet alles in Panik und nur wenige Bürger konnten sich ins Hinterland flüchten. Alle liefen hilfesuchend durch die Straßen und Gassen.

Und nun beginnt die Geschichte der Karolina Belinić, eine 24-jährige junge Frau und besorgte Mutter von drei kleinen Kindern.

Die Menschen, die sich in dem Chaos auf dem Korso vor dem Stadttor versammelt hatten, erblickten eine schwarzgekleidete Frau, die in Begleitung von ihrem Cousin beherzt in die Richtung schritt, wo sich die englischen Batterien und der englische Kommandeur John Leard befand. Mitten im Rauch und Feuer bat sie diesen, die Stadt und alle Mütter und Kinder zu begnadigen. John Leard, ein ruhmreicher Seemann aus der Schule von Admiral Nelson, sah vor sich eine elegante Stadtbewohnerin mit tiefen dunklen Augen, die um Gnade bat.

Was genau Karolina dem englischen Seemann in französischer Sprache sagte und was sie ihm anbot, ist nicht überliefert, jedoch ließ er das Feuer sowie die Brandstiftung einstellen. Die Stadt wurde somit vor ihrem sicheren Untergang gerettet.

Es ist bekannt, dass John Leard nach seiner Begegnung mit Karolina alle Kriegsoperationen sofort einstellen ließ und mit seiner Flotte Richtung Bakar und Kraljevica davon fuhr.

Karolina Belinič, die 15 Jahre später in ihrer Geburtsstadt starb, wurde geehrt und bereits schon zu Lebzeiten besungen.

John Leard kehrte einige Jahre später nach Rijeka zurück und wurde dort der erste britische Botschafter. Er heiratete eine Einheimische aus der Familie Zanchi und wurde Familienoberhaupt einer angesehenen und verdienstvollen Familie aus Rijeka.

- - - - -



Herzliche Grüße aus dem (sym)badischen Odenwald,
Konni





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Stichworte
begrandigung, englische überfall, istrien, john leard, karolina aus rijeka, krieg, kroatien, rijeka, sagen und mythen

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