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Wolfram
11.09.2014, 06:57
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Tinjan

Fährt man von Poreč die Landstraße 302 (ab Baderna die 48) in Richtung Pazin, dem Verwaltungssitz Istriens, liegt nach rund 20 km die kleine Stadt Tinjan rechts der Straße. Früher war der Ort mit Mauern und Wehrtürmen umgeben von denen heute leider nur noch wenig erhalten ist. Nur der Glockenturm der Kirche St. Simeon und Judas überragt noch weit sichtbar den Ort. Am Rande des alten Ortskern findet man unter uralten Bäumen einen steinernen Tisch, den Gespan- oder Präfektentisch, mit Sitzsteinen für 12 Personen. An diesem Tisch wurden früher wichtige politische und geschäftliche Entscheidungen gefällt. Heute ist an einer Hauswand rechts neben diesem Platz die Form Istriens in den Putz eingelassen. Von hier oben hat man auch einen überwältigenden Blick ins Dragatal. Denkmäler erinnern an berühmte Persönlichkeiten des Ortes, wie den Bischof Dr. Juraj Dobrila und den Sprachwissenschaftler Josip Voltić. In Tinjan sollen die besten Hersteller von istrischem Schinken, dem Pršut, ihre Ware nach alten streng geschützten Rezepten produzieren. Man ist stolz auf die Traditionen der uralten Handwerke. So waren die Einwohner von Tinjan als hervorragende Schmiede bekannt, wovon heute noch Symbole einer Sichel und das Datum der Errichtung auf den Fassaden der Häuser zeugen.


Geschichte

In der Römerzeit wurde Tinjan Attinianum genannt, die Festung schützte die Grenzen der Region. Im Mittelalter war Tinjan ein prachtvoller Ort. Von 1374 schützte die Festung bis 1578 Tinjan und die Grafschaft Pazin, die der Kaiserlichen Familie Habsburg gehörte. Die Festung war von einem Graben umgeben und war nur über 1 Tor vor dem sich eine Zugbrücke befand zu betreten. Ab 1578 wird Tinjan schon als Stadt bezeichnet, eine Präfektur entschied über alle wichtigen Belange. Besonders originell war damals die Wahl zum Präfekten. Die Kanditaten setzten sich an den steinernen Tisch. Sie legten ihre Bärte auf den Tisch und setzten einen Floh in die Mitte des Tisches. Derjenige, auf dessen Bart der Floh zuerst sprang wurde dann zum Präfekten ernannt.

Vermutlich wendet sich das Interesse der Politik ab ca. 1600 mehr und mehr der Stadt Pazin zu und über die Geschichte Tinjans findet man nur noch wenig Konkretes. Heute ist Tinjan politisch mehr oder weniger bedeutungslos aber allemal einen Besuch wert!


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