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Alt 10.01.2010, 16:39
Eliane, im Istrien Forum
Eliane offline
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Standard Impfen statt Töten

Wie Ihr ja alle wisst arbeiten wir sehr eng mit Herrn Volker Fritzemeier vom Förderverein Tierschutzprojekt Kroatien e.V. zusammen. Da er sich auch sehr stark auch auf EU-Ebene engagiert, wandte sich Herr Fritzemeier vor kurzem per Mail direkt an die Abgeordnete des Europ. Parlaments Frau Elisabeth Jeggle (unter anderem Vizepräsidentin der Intergroup "Animal Welfare" Tierschutz) mit der Bitte um Zusendung des Gesetzesentwurfs der EU zum Thema Tierschutz/Strassentiere. Er erhielt dazu gestern folgende Antwort aus ihrem Büro: schon im Mai 2008 wurde vom Europäischen Parlament eine *Entschliessung* über eine neue Tiergesundheitsstrategie für die Europäische Union 2007-2013 formuliert. (Eine Entschliessung des Europäischen Parlamentes ist eine Art Bericht mit Zielformulierungen für künftige EU-Gesetze und hat zumeist außenpolitische Inhalte, zunächst ohne rechtlich bindende Inhalte.)

Dieser Bericht liegt auch im genauen Wortlaut vor. Wer sich durch die 14 Seiten kämpfen möchte, einfach kurz bei mir melden und ich schicke das Word-Dokument gerne zu. Die wichtigsten Aussagen darin wurden aber von dem pers. Referenten von Frau Jeggle wie folgt zusammengefasst:

....die Tiergesundheitsstrategie spricht sich aber eben nicht für eine Tötung von Streunertieren aus, im Gegenteil: die Strategie steht unter dem Motto "Impfen statt Töten" und nimmt sogar erstmal explizit Stellung zum Schutz von Streunertieren. So heißt es in Ziffer 16:

16. begrüßt, dass sich die Strategie auf die Gesundheit aller Tiere in der Europäischen Union erstreckt, so dass damit auch die nicht ausdrücklich genannten verwilderten Haustiere erfasst sind, sofern die Gefahr besteht, dass sie Krankheiten auf andere Tiere oder auf den Menschen übertragen;

20. weist darauf hin, dass die Tiergesundheitsstrategie mit ihrem präventiven Ansatz die nötigen gesetzlichen und finanziellen Maßnahmen entwickeln sollte, um sowohl Haustiere und streunende Tiere zu kontrollieren als auch die Ausbreitung von zoonotischen Krankheiten und von Tiergesundheitsproblemen zu verhindern; stellt fest, dass die Strategie insbesondere Impfprogramme und andere präventive Maßnahmen in Bezug auf Krankheiten, die von streunenden Hunden und Katzen übertragen werden, umfassen sollte, insbesondere dann, wenn gegenwärtig noch keine Impfung möglich ist; fordert die Kommission auf, die potentiellen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Ausbreitung von zoonotischen Krankheiten sowie der Mobilität der Bürger und ihrer Haustiere auszuwerten;.....


Man hat also zumindest mal schriftlich fixiert, dass "Impfen statt Töten" im Vordergrund steht und dass die nötigen gesetzlichen und finanziellen Maßnahmen entwickelt werden sollen, um präventiv sowohl Haustiere als auch streunende Tiere zu kontrollieren. Dieser Bericht macht doch Hoffnung, dass der Tierschutz innerhalb der EU irgendwann einmal auch zum Tierrecht wird und es eine gesetzliche Grundlage gibt, an der sich Länder wie Rumänien, Bulgarien, Spanien und auch Kroatien (Aufzählung nicht vollständig) orientieren.

Eliane

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