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Tierschutz in Kroatien, Anreise mit Haustieren
Tierschutzprojekte in Kroatien, Ein- und Ausreise mit Haustieren.
Moderation: Eliane

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  #1  
Alt 05.04.2010, 14:24
Kristina offline
 
Kroatien Fan seit: 01.12.2009
Beiträge: 185
Standard Urlaub im Namen der Tiere

Anfang Februar wurde ich auf diesen Bericht Dringend Mitfahrgelegenheit für einen Hund nach Deutschland gesucht ! im Kroatien-Forum aufmerksam.

Zwar war der Bericht schon etwas älter, aber ich nahm trotzdem mal Kontakt zu Elke auf, da meine Eltern nicht weit von Zagreb wohnen.

Dabei erfuhr ich, dass Elke und ihr Verein Tierhilfe Dreiländereck e.V. den kroatischen Verein Šapica unterstützen. Der Verein Šapica kümmert sich um das Tierasyl in Dubravica (Stadt Zaprešić – Gespanschaft Zagreb). Auch erzählte sie mir von Alexandra, einer Deutschen die seit 16 Jahren in Kroatien lebt. Sie ist seit letztem Jahr Präsidentin des Vereins Šapica und hat mit ihrem Engagement schon sehr viel erreicht, so dass es den Tieren in Dubravica schon deutlich besser geht, auch wenn es noch nicht wirklich zufriedenstellend für die Hunde ist.

Auch meine Eltern haben Tiere, u. a. die Hündin Maja. Da blieb es nicht aus, dass man sich mit ihnen auch immer wieder darüber unterhielt, dass Maja kastriert werden muss. Da meine Eltern aber in Kroatien sehr ländlich wohnen und ich auch leider nur die Möglichkeit habe, meine Eltern 1- bis 2-mal im Jahr für ein paar Tage zu besuchen, war es gar nicht so einfach herauszubekommen wo Maja kastriert werden kann. Die TA-Praxen in Kroatien sind zum größten Teil mit den deutschen Praxen leider noch nicht vergleichbar, besonders in den ländlichen Gebieten. Jeder der ein Tier hat weiß, dass man mit seinen Lieblingen nur zu einem TA geht, zu dem man auch vollstes Vertrauen hat. Und ganz ehrlich? Wirkliches Vertrauen meinerseits gab es leider nicht. So packte ich die Gelegenheit am Schopf und bat Elke Kontakt zu Alexandra herzustellen.

Auch hier entstand wieder ein reger E-Mail Austausch. Ich erzählte Alexandra von der Hündin meiner Eltern und dass diese kastriert werden muss, ich aber nicht wüsste, welchem TA ich wirklich vertrauen könnte. Da erzählte mir Alexandra, dass der Verein Šapica mit der TA Praxis Dia-Vet in Zagreb sehr eng zusammen arbeitet. Und so kam nun eins zum andern. Der Urlaub wurde geplant und der Termin für die Kastration von Maja vereinbart.

Mit Elke stand ich auch weiterhin in Kontakt. Da nun fest stand, wann wir nach Kroatien fahren, teilte ich ihr auch mit, dass wir eine Mitfahrgelegenheit für einen Vierbeiner von Kroatien Richtung Deutschland hätten. Elke benötigte tatsächlich eine Mitfahrgelegenheit für eine Huskydame Namens Jenna nach Österreich.

Am Samstag, den 20. März, war es dann endlich so weit und wir traten die Reise nach Kroatien an. Zwar legten wir während der Fahrt immer wieder Zwischenstopps ein, um z. B. zu tanken, aber der wichtigste Stopp fand in Österreich Nähe Bad Ischl statt. Lena und ihre Familie, die Jenna in Pflege nehmen werden, hatten noch ein paar Sachspenden für Alexandra und das Tierasyl in Dubravica. Abends trafen wir dann nach langer Fahrt endlich bei meinen Eltern ein.

Der große Tag für Maja rückte immer näher und näher und ich wurde immer nervöser. Montag Vormittag ging es dann endlich los zur TA Praxis Dia-Vet in Zagreb. Obwohl ich wusste, dass es für Maja das Beste ist dass sie endlich kastriert wird, ließ ich sie nur schweren Herzens in der Praxis zurück, denn ständig kreiste in meinem Kopf nur ein Gedanke: "Hoffentlich wird alles gut gehen!".

Da wir auch noch Sachspenden für das Tierasyl in Dubravica hatten, trafen wir uns gegen Mittag mit Alexandra in Zaprešić. Obwohl wir uns noch nicht persönlich kannten, fanden wir uns sofort. Wir tranken in Ruhe noch gemeinsam ein Käffchen und machten uns danach auf den Weg zum Tierasyl in Dubravica. Das Tierasyl wirkt von außen total unscheinbar, aber als wir in den ehemaligen Schweinestall traten schossen mir sofort die Tränen in die Augen. Ich musste mich sehr zusammenreißen um nicht Rotz und Wasser zu heulen. Ein sehr stark beißender Geruch kam uns entgegen, die Zwinger in einem katastrophalen Zustand, die Gatter verrostet.


Momentan werden hier 57 Hunde beherbergt. Durch das Engagement von Alexandra ist seit letztem Sommer endlich ein Mitarbeiter von Montag bis Freitag fest angestellt – bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Tiere "nur" von ehrenamtlichen Helfern versorgt. Trotz allem ist aber ein Mitarbeiter zu wenig, da hier so viel Arbeit anfällt, dass mindestens zwei bis drei Mitarbeiter fest angestellt sein müssten. Da dies aber leider nicht der Fall ist, opfern Alexandra und ihr Team hier fast ihre komplette Freizeit.

Eine freudige Begegnung machten wir aber auch noch. Wir lernten die Huskydame Jenna kennen, unsere vierbeinige Begleiterin die uns auf dem Rückweg nach Deutschland bis nach Österreich begleiten wird. Wir fanden uns auf Anhieb sympathisch. Leider hat sie auch so einige schlechte Erfahrungen hinter sich. Als man sie nicht mehr haben wollte, hat man sie einfach über den Zaun geschmissen. Auch wurde sie mal von einem Auto angefahren wobei das linke Vorderbein brach. Aber anstatt mit ihr zum TA zu gehen, hat man sie ihrem Schicksal selbst überlassen. Das Bein ist zwar wieder zusammengewachsen, aber dadurch das es nicht geschient worden ist hat sie nun leider ein verkrüppeltes Vorderbein. Jenna scheint aber eine Kämpferin zu sein. Sie hat gelernt mit diesem Handicap umzugehen – Rennen und Springen ist für sie gar kein Problem.


Trotz des schlechten Wetters, es regnete in Strömen, nahmen wir uns Zeit für Jenna und die anderen Vierbeiner. Es wurde geknuddelt und gespielt. Die Hunde bedankten sich schwanzwedelnd bei uns für die Aufmerksamkeit.

Nach unserem Besuch im Tierasyl gingen Alexandra, Holger und ich nochmals ein Käffchen trinken, u. a. um uns etwas aufzuwärmen (wir waren ziemlich durchnässt), aber auch weil uns noch kein Anruf von der TA-Praxis Dia-Vet erreicht hatte.

Endlich aber dann der entscheidende Anruf – wir können Maja abholen. Als wir sie abholten war sie von der Narkose noch sehr benommen, aber auch weil sie während der OP viel Blut verloren hatte. Die OP war nämlich sehr kompliziert, da Maja viele Myome hatte. Aber man beruhigte uns: Die OP sei trotz der Schwierigkeiten gut verlaufen.

Die paar Tage die uns noch blieben verbrachte ich sehr viel Zeit mit Maja. Von Tag zu Tag ging es ihr besser. Mir fiel vor Erleichterung ein Stein vom Herzen.


Am Donnerstag, den 25. März, hieß es dann aber Abschied nehmen. Meine Eltern versprachen mir, dass sie jeden Tag die Wunde kontrollieren werden und auch dafür sorgen werden, dass Maja das noch benötigte Antibiotika bekommen wird.

Bevor es aber endgültig auf die Rückreise ging, holten wir Jenna noch in Zaprešić ab. Die ersten paar KM Autofahren haben ihr überhaupt nicht gefallen. Aber als würde sie merken, dass sie ein besseres zu Hause erwartet, beruhigte sie sich etwas und schaute hin und wieder neugierig aus dem Fenster. Nach einem Zwischenstopp für Jenna trafen wir nach 4 Stunden Fahrt bei ihrer Pflegefamilie ein. Sie wurde herzlichst begrüßt und merklich fiel nun auch die restliche Anspannung von Jenna. Sie fühlte sich bei ihrer Pflegefamilie sofort wohl. Trotzdem verabschiedeten wir uns nach einer knappen Stunde Aufenthalt schweren Herzens von Jenna.

Unser Fazit aus diesem Urlaub: Auch wenn es ein etwas anderer Urlaub war und auch etwas anstrengend, kamen wir mit einem sehr guten Gefühl zurück. Das war bestimmt nicht der letzte Urlaub dieser Art.

Unser herzlichster Dank geht an:

Elke Janitzki vom Verein Tierhilfe Dreiländereck e.V.
Alexandra Ivanov vom kroatischen Verein Šapica in Zaprešić
Das Team von der TA-Praxis Dia-Vet in Zagreb
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  #2  
Alt 05.04.2010, 17:29
Elke THDLE
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Toller Bericht Kristina, echt super geschrieben

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für eure Hilfe

GLG Elke
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  #3  
Alt 05.04.2010, 17:32
Kristina offline
 
Kroatien Fan seit: 01.12.2009
Beiträge: 185
Standard

Danke Elke! Aber den Dank kann an Dich und Alexandra für Eure Hilfe nur wieder zurück geben!
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  #4  
Alt 06.04.2010, 10:34
Kristina offline
 
Kroatien Fan seit: 01.12.2009
Beiträge: 185
Standard

Am Ostersonntag rief mich meine Mutter an. Das Hauptthema war natürlich "moja Maja" (meine Maja). Die Wunde ist super verheilt und Maja hat am Ostersonntag auch endlich die Halskrause abbekommen. Darüber war Maja natürlich so happy, dass sie sogleich mal ein Rennen im Hof veranstaltete.

Auch habe ich Nachrichten von Lena, der Pflegemama von Jenna erhalten. Jenna geht es richtig gut. Aber seht selbst – Bilder sprechen mehr als tausend Worte.





Danke Lena für die Bilder, auch dass ihr Jenna bei Euch aufgenommen habt! Beim Anblick dieser Bilder geht bei mir richtig das Herz auf. Es ist schön zu hören und zu sehen, dass es die süße Maus so gut bei Euch hat.
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  #5  
Alt 09.04.2010, 19:39
Elke THDLE
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Wohl wahr Kristina Das sind wunderschöne Fotos !!

Wenn man sich die Fotos von Jenna vorher und nachher anschaut, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Jenna hat sich bei Lena zu einem echten Traumhund entwickelt

Dort ist sie in den besten Händen.
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  #6  
Alt 27.06.2010, 12:37
Eliane, im Istrien Forum
Eliane offline
Moderatorin
Interesse: Tierschutz, Urlaubspfoten e.V.
 
Kroatien Fan seit: 01.12.2009
Ort: Frankenthal in Rheinland-Pfalz
Beiträge: 1.464
Standard Nachruf für Jenna

Ja Ihr habt richtig gelesen: Jenna ist im Hundehimmel.

Kristina hat mich darüber infomiert, dass dieser wundervolle Hund leider durch einen Unfall gestorben ist. Er durfte das schöne Leben bei seiner neuen Familie nicht sehr lange geniessen. Tröstlich ist, dass diese Hündin wenigstens noch ein paar schöne Tage in ihrem Leben hatte und Menschen kennenlernen durfte, die es gut mit ihr meinten.

Eliane

- - - - -
Tierschutz in Deutschland und Kroatien > www.urlaubspfoten.de

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