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Weihnachten in Kroatien
Adventszeit, Weihnachtsgeschichten, Weihnachtslieder aus Kroatien, Deutschland und überall

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Alt 02.12.2019, 14:18
Konni, im Istrien Forum
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Standard Bräuche: Nikolausbräuche in aller Welt

Nikolausbräuche in aller Welt


Am 6. Dezember wird bei uns der Nikolaustag gefeiert. Kinder dürfen sich an diesem Tag auf Geschenke freuen. Die werden entweder in Stiefel gesteckt oder vom Nikolaus höchstpersönlich aus dem Sack überreicht.
In anderen Ländern sehen die Traditionen rund um den Nikolaustag etwas anders aus.

Deutschland
Das nächtliche Füllen von Stiefeln, Schuhen, Strümpfen oder Tellern wird als Einlegebrauch bezeichnet.
In manchen Häusern und Regionen wird hingegen der sogenannte Einkehrbrauch praktiziert. Der Nikolaus kommt mit einem goldenen Buch zu den Kindern nach Hause und fragt, ob sie im vergangenen Jahr brav waren. Begleitet wird er oftmals von einem finsteren Gesellen mit Rute, genannt „Knecht Ruprecht“, „Hans Muff“ oder „Krampus“. Er soll die Kleinen erschrecken und so von üblen Taten abhalten. Wenn das Kind aber brav war – darüber gibt auch das goldene Buch Auskunft – bekommt es Gaben aus dem Sack.

Ein weiterer Brauch ist das alljährliche Nikolauslaufen in und rund um Bremen. Dabei ziehen Gruppen verkleideter Kinder von Haus zu Haus und tragen Sprüche oder Lieder vor. Als Belohnung bekommen sie Süßigkeiten geschenkt.


Österreich
In vielen Dörfern und Städten Österreichs, aber auch in Teilen Süddeutschlands und Liechtenstein, in Ungarn und Tschechien sorgt das Krampuslaufen für Schrecken.
„Krampusse“, die Begleiter des Nikolaus, tauchen im Gegensatz zu Knecht Ruprecht gerne in der Gruppe auf. Deshalb ziehen bei diesen Umzügen am Vorabend des Nikolaustages oder aber auch am Nikolaustag selbst als Krampusse verkleidete Horden durch die Straßen. In Fellkostüme gehüllt und mit kunstvoll geschnitzten Holzmasken auf dem Kopf machen sie mit ihren Glocken ordentlich Lärm.
Dazu gibt es auch weibliche Sagengestalten, die »Perchten«, die ebenfalls für Ordnung sorgen. Aus dem 19. Jahrhundert existieren Berichte, die wilde Krampus- und Perchtenläufe in verschiedenen Ortschaften schildern.

Diesen Brauch gibt es auch in Teilen Süddeutschlands, Liechtenstein, Ungarn und Tschechien.

Eine Zeit lang gerieten die Umzüge in Vergessenheit, heute gelten sie wieder als beliebtes Kulturgut. Mit mancherorts hunderten Teilnehmern ziehen die Menschen verkleidet durch die Dörfer, begleiten den Nikolaus und erschrecken unartige Kinder. Die Kostüme sind furcherregend, aber entstehen teilweise in aufwendiger Bastelarbeit. Angst muss vor den Gestalten heute aber niemand mehr haben. Bestrafungen und die Verbreitung von Schrecken sind rein symbolisch.


Niederlande
Unseren Nachbarn ist der Nikolaustag wichtiger als der Heiligabend. Die meisten Niederländer feiern Weihnachten mit ihren Familien. Sie gehen in die Weihnachtsmessen und genießen ein gutes Essen. Geschenke gibt es meistens keine. Denn die gibt es bereits am Tag des „Sinterklaas“ (Nikolaus).
Bereits Mitte November kommt der „Sinterklaas“ mit dem „Zwarte Piet“ zu den Kindern. Per Dampfschiff tourt er dann durch verschiedene Orte. Kinder dürfen sich am Abend des 5. Dezembers, dem sogenannten „Pakjesavond“ (Paketabend) auf die Bescherung freuen. Die Kinder stellen dann ihre Stiefel neben den Ofen, in denen dann auch der Wunschzettel steckt.

Um Sinterklaas gnädig zu stimmen, stellen die Kinder vorher Wasser, Heu und eine Möhre für die weißen Pferde (Schimmel) des Sinterklaas vor die Türen. Wenn die Kinder lieb waren, finden sie anschließend eine kleine Leckerei in Ihren Stiefeln. Wenn ein Stück Kohle darin zu finden ist, war das Kind nicht artig. Die eigentlichen Geschenke legt der Sinterklaas vor die Tür. Sie sind bunt und phantasievoll verpackt. Und oft liegt noch ein neckischer Reim oder Gedicht dabei, mit dem der Empfänger auf den Arm genommen wird.
Tritt der Sinterklaas öffentlich auf, so erscheint er mit dem Schimmel und dem Zwarte Piet. Der Zwarte Piet verteilt die Pfeffernüssen aus dem Nikolaussack an die Menschen. Dieser Brauch geht auf die Großzügigkeit des Bischof Nikolaus zurück.

Außerdem gehören zum Sinterklaas in den Niederlanden Goldmünzen und Buchstaben aus Schokolade. Der Brauch der Schokoladenbuchstaben hat seinen Ursprung in der altgermanischen Magie. Die Anfangsrune des Namens wurde dort verschenkt, um dem anderen etwas Macht über ihn zu geben. Es war ein Geschenk aus Liebe. So werden noch heute die Schokoladenbuchstaben in den Niederlanden als Zeichen der Freundschaft verschenkt. Die Goldmünzen aus Schokolade sind auf folgende Legende zurückzuführen: Drei Töchter eines verarmten Edelmannes, der kein Geld für eine Mitgift hatte, sahen keinen anderen Ausweg, als als Prostituierte zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Um ihnen zu helfen, warf Nikolaus, der Schutzpatron von Ehe und Familie, ein Bischof, der stets nur Gutes im Schilde führte, drei mit Goldstücken gefüllte Börsen durch das Fenster in die Stube. Das war derartig viel Geld, dass er damit die Mädchen vor einem Leben in der Gosse bewahrte und ihnen außerdem eine Aussteuer ermöglichte.


Schweiz
Im deutschsprachigen Teil der Schweiz heißt der Nikolaus „Samichlaus“ und kommt mit seinem grimmigen Begleiter, dem bärtigen „Schmutzli“ am Abend des 6. Dezember zu den Kindern und schenkt den braven Kindern Nüsse, Früchte und Süßigkeiten. Der bärtige „Schmutzli“, der auch ein von Ruß verdrecktes Gesicht und eine Rute hat, droht unartigen Kindern damit, sie in einen Sack zu stecken. Der Samichlaus sieht unserem Nikolaus.

Auch sagen die Schweizer Kinder Samichlaus-Sprüche auf, um die Leckereien zu erhalten. In einigen Städten der deutsch- und französischsprachigen Schweiz gibt es sog. Klausbräuche. Ein bekannter davon ist das Chlausjage. Dieser ist ein nächtlicher Lärmbrauch, der in der Nacht vor dem 6.12. in verschiedenen Orten am Vierwaldstättersee praktiziert wird. Im italienischsprachigen Tessin gibt es das weibliche Pendant zum Nikolaus, die „Befana“. Ebenfalls bekannt ist diese in der französischsprachigen Westschweiz unter dem Namen „Chauche-vieille“.


Luxemburg
Die Tradition des heiligen Nikolaus ist hier genauso wichtig wie Weihnachten. Der heilige Mann mit Bart und weißen Haaren heißt „Kleeschen“ und wir vom „Houseker“ begleitet. Dieser verteilt Ruten an die Kinder, die unartig waren. Schon Ende November stellen die Kleinen ihre Schuhe vor die Schlafzimmertür. In der Nacht vom 5. Auf den 6. Dezember bringt Kleeschen dann die Geschenke vorbei.


Dänemark
Der „Jul Nisse“ ist der dänische Weihnachtskobold . Er ist dem deutschen Weihnachtsmann im Aussehen recht ähnlich. Auch er trägt eine rote Mütze, jedoch ist er von Gestalt her sehr viel kleiner.
Der Jul Nisse haust in der Scheune und wacht über das dazugehörige Anwesen. Wenn man ihn aber reizt oder schlecht behandelt, treibt er allerlei Unfug. Deshalb darf man ihn auch zu Weihnachten nicht vergessen. Er bekommt kleine Schüsseln mit Reisbrei.


Frankreich
In Frankreich wird der Heilige Nikolaus mit einer Reihe an Umzügen gefeiert. Diese Tradition hängt eng mit der Anwesenheit der Reliquie des Heiligen Nikolaus in Saint-Nicolas-de-Port zusammen. Ihr wurden zahlreiche Heilungen und Wohltaten zugeschrieben, sodass das kleine Dorf schnell zu einem Wallfahrtsort wurde, der weit über die Grenzen Lothringens hinaus an Bedeutung erlangte.

Ein Umzug findet am Samstag nach dem 6. Dezember statt und führt zur Basilika. Pilger und Einheimische feiern mit Priestern aus aller Welt gemeinsam diese besondere Messe in der dem Heiligen Nikolaus gedacht wird. Den Abschluss finden die Feierlichkeiten in der Fackelprozession. Während alle Gläubigen singen und eine brennende Kerze in der Hand halten, beginnen die Priester die Prozession, der sich nach und nach alle anschließen.
Und auch in anderen Städten, vornehmlich in Lothringen, wird das Nikolausfest ausgiebig zelebriert. In Nancy findet beispielsweise ein Volksfest zu Ehren des Schutzpatrons von Lothringen statt. Kinder erhalten kleine Geschenke und die Innenstadt ist festlich dekoriert.



Großbritannien
„Father Christmas“ kommt vom Nordpol mit dem Rentierschlitten heruntergefahren. In der Nacht vom 24. und 25. Dezember hält er auf den Hausdächern an und rutscht unhörbar durch den Kamin in die Häuser hinein. Zuerst schaut er sich in den Wohnzimmern um, ob der Weihnachtsbaum schön geschmückt ist. Dann öffnet er lautlos die Türen zu den Kinderzimmern. Noch nie ist ein Kind dabei wach geworden, wenn er die Strümpfe voll Geschenke gestopft hat, die sie am Abend vorher an ihre Bettenden gehängt hatten.


Türkei
Obwohl Nikolaus von Myra aus der heutigen Türkei stammt, bringt der Nikolaus nicht am 6. Dezember die Geschenke. Der türkische „Noel Baba“ kommt an Silvester.


Griechenland
Auch in Griechenland dürfen sich die Kinder erst in der Silvesternacht auf Geschenke freuen. In dem christlich-orthodoxen Land heißt der Weihnachtsmann „Santa Basil“, basierend auf einem der bedeutendsten Kirchenväter der frühen christlichen Zeit. Am Neujahrstag finden die Kinder ihre Geschenke dann meistens unter dem Bett.


Polen
Der Unterschied zu unserem Nikolausfest besteht darin, dass der Nikolaus in Polen von einem Engel und einem Teufel begleitet wird. Er ist recht streng und besucht die Kinder in Schulen und Kindergärten. Erst wenn die Kleinen verschiedene Fragen richtig beantwortet haben, erhalten sie ein Geschenk.


Rumänien
„Moş Nicolae“ heißt der Nikolaus in Rumänien. Auch hier stellen die Kinder Schuhe vor die Haustüre und warten auf Süßigkeiten. Waren sie unartig, steckt der Nikolaus eine Apfelbaum-Rute in den Schuh. Stellt man diese Rute ins Wasser und diese beginnt bis Weihnachten zu blühen, vergibt Moş Nicolae den unartigen Kindern.


Andere
In den meisten slawischen Ländern ist der Heilige Nikolaus der Schutzpatron der Familie und so wird der Tag besonders feierlich begangen. Besonders in der orthodoxen Kirche genießt der Heilige einen hohen Stellenwert, der angemessen gefeiert wird.

In anderen Gegenden haben sich Bräuche etabliert, in denen sich der Heilige Nikolaus mit dem Weihnachtsmann vermischt hat. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich der »Santa Claus« der in den USA Kinder beschenkt und einst durch Coca-Colas berühmt wurde. Mit dem heiligen Nikolaus hat diese Figur aber nichts gemein. In Russland beschenkt »Väterchen Frost« die Kinder zu Neujahr. Die Figur ist eine Märchengestalt, die im 20. Jahrhundert entstand und Anleihen beim Heiligen Nikolaus nahm. Begleitet wird »Väterchen Frost« von seiner Enkelin »Schneeflocke«. In Italien bringt eine gänzlich anders entstandene Figur die Präsente. Die Hexe »Befana« fliegt dem italienischen Volksglauben nach in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf der Suche nach dem Jesuskind auf einem Besen von Haus zu Haus.



Vereinigte Staaten
In den USA wird der Nikolaustag aös christlicher Brauch vorwiegend in einigen Gegenden, in denen sich viele europäische Einwanderer aus Europa niedergelassen haben, zelebriert. Traditionell bringt hier – ebenso wie in Großbritannien – der Weihnachtsmann, der hier „Santa Claus“ (in Großbritannien: „Father Christmas“) heißt, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke durch den Kamin.


Brasilien
In Brasilien hat am 6. Dezember dagegen "Papa Noel" seinen großen Auftritt: Er fliegt mit einem Hubschrauber ins berühmte Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro ein und eröffnet feierlich die Weihnachtszeit. Tausende Brasilianer feiern an diesem Tag gemeinsam eine Nikolausparty und lassen sich mit farbenfrohen und lauten Showeinlagen unterhalten.


Japan
In Japan sind nur 1% der Bevölkerung Christen. Demnach hat Weihnachten, mit dem Hintergrund wie wir ihn kennen, keinerlei Bedeutung. Die Feiertage in Japan gehen auf buddhistische und shintoistische Traditionen zurück. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der 24. Dezember ein normaler Werktag ist. Am Abend des 24. Dezembers gehen junge Paare Essen. Auch für noch nicht liierte Japaner ist es ein Muss, am 24.12. ein Date zu haben. Viele junge Eltern feiern mittlerweile ein Weihnachtsfest für ihre Kinder, da die westliche Tradition des Weihnachtsmannes durch die Medien auch in Japan Einzug gehalten hat. Erwachsene untereinander schenken sich jedoch nichts.

Von größerer Bedeutung ist in Japan der Jahreswechsel. In der Zeit, die bei uns als Adventszeit bezeichnet wird, bereiten sich die Japaner auf den Jahreswechsel vor. So werden z.B. Jahresendgeschenke an Freunde und Verwandte geschickt.



Patronate

Die vielen Legenden um den heiligen Nikolaus führten schon im Mittelalter dazu, dass ihn sich viele Berufsgruppen, Personen, Städte, Länder und andere zum Schutzpatron auserkoren. So ist Nikolaus etwa der Beschützer der Kinder, Ministranten und Studenten, aber auch der Seefahrer, der Kaufleute, Apotheker, Gefängniswerter – und interessanterweise ebenfalls der Patron der Diebe und Verbrecher.

Für die Länder Kroatien, Russland und Serbien, sowie für Süditalien und Lothringen ist der heilige Nikolaus der Nationalheilige.

Viele Kirchen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen weiteren Ländern bis hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika haben Nikolaus-Patrozinien. Sie tragen entsprechend den Namen Nikolaikirche, St. Nikolai, St. Niklas, St. Nikolaus oder St. Niklas. Meist findet man Nikolaikirchen in Hafenstädten und Hansestädten oder Städten mit ehemals großen Kaufmannsvierteln. Aus diesem Grund stehen besonders in norddeutschen Küstenstädten noch viele Gotteshäuser, die sich dem heiligen Nikolaus zum Patron erwählt haben. Das sind etwa Rostock, Lübeck, Greifswald, Stralsund, Wismar, aber auch küstennahe Städte in Niedersachsen, Hamburg, Bremen und viele andere mehr. Die Liste der Nikolaikirchen reicht hinunter bis nach Süddeutschland.

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Herzliche Grüße aus dem (sym)badischen Odenwald,
Konni





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